Was ist BeCAT?

Mit dem Berlin Center for Advanced Therapies, kurz BeCAT, werden strukturelle und räumliche Voraussetzungen geschaffen, um innovative ATMP-Therapien von hoher wissenschaftlicher und technologischer Qualität zu entwickeln.

Die Entwicklung startet in der Grundlagenforschung. Das Ziel ist die klinische Anwendungsprüfung in Patienten.

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Advanced Therapy Medicinal Products (ATMP)

In der Vergangenheit wurden Arzneimittel entwickelt, die häufig nur darauf ausgerichtet waren, die Symptome einer Krankheit zu bekämpfen, nicht aber die eigentliche Ursache dieser Krankheit.
Arzneimittel für neuartige Therapien (auch: Advanced Therapies) sind mit herkömmlichen Medikamenten nicht zu vergleichen. Es geht nicht mehr um synthetische Wirksubstanzen zur Linderung von Symptomen, sondern um biologische Arzneimittel zur Wiederherstellung der Gesundheit des Patienten. Häufig auch als „lebende Medikamente“ bezeichnet, brechen sie mit den Prinzipien der klassischen Arzneimittelentwicklung und eröffnen völlig neue Möglichkeiten der Behandlung von bisher nicht heilbaren Erkrankungen.

Die in der Biomedizin entstehenden Arzneimittel für neuartige Therapien (auch ATMP für Advanced Therapy Medicinal Products) stellen eine neue Arzneimittelklasse für heilende Therapieansätze dar. Sie sind oft patientenspezifisch und im Vergleich zu traditionellen Arzneimitteln komplexer in der Herstellung und Anwendung. ATMP umfassen Gentherapeutika, somatische Zelltherapeutika und biotechnologisch bearbeitete Gewebeprodukte, sogenannte „Tissue Engineered Products“. Sie enthalten oder bestehen meistens aus lebenden Zellen oder Gewebe, die biotechnologisch aufgearbeitet werden.
Als Arzneimittel unterliegen ATMP den Anforderungen an die gute Herstellungspraxis (GMP) und müssen zwingend in einem zentralen Zulassungsverfahren zugelassen werden. Die Zahl der Zulassungen nimmt zwar kontinuierlich zu, ist aber noch gering.
Die Hintergründe sind vielseitig. Eine Hürde stellt der komplexe Herstellungsprozess dar, aber auch die biologische Herkunft, die Kurzlebigkeit und die Langzeiteffekte der Produkte bringen Beeinträchtigungen mit sich. Die Entwicklung von ATMP auf dem Weg zur Anwendung am Patienten ist folglich noch immer eine Herausforderung. Die Erwartungen an dieses neue Wissensgebiet aber bleiben groß.

"Ob Krebs, Erbkrank­heiten oder die regenerative Medizin – die Hoffnungen, die an ATMP Advanced Therapy Medicinal Products geknüpft werden, sind groß" (Prof. K. Cichutek, Präsident Paul-Ehrlich Institut).

Die Entwicklung von ATMP im Rahmen von BeCAT

BeCAT verknüpft die in Berlin ausgewiesene Expertise in der Technologie- und klinischen Entwicklung von ATMP. Dabei befasst sich BeCAT mit der Entwicklung von ATMP aller Klassen in vier klinischen Themenfeldern für Krankheiten mit einem hohen medizinischen Bedarf.
Beteiligte Fachgebiete der Charité sind die Onkologie, Immunologie, Molekularbiologie, Genetik, Transplantationsmedizin und die Nephrologie, sowie Kardiologie / Kardiochirurgie und Traumatologie. Die Teams rekrutieren sich aus diesen Fachbereichen. Sie setzen sich zusammen aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit medizinischem, naturwissenschaftlichem, ingenieurtechnischem und biotechnologischem Hintergrund.
Das Herzstück von BeCAT wird ein neues Forschungsgebäude mit einer state-of-the-art modularen GMP-Laboreinheit sein, in dem die Herstellung aller ATMP-Klassen auch in Verbindung mit Biomaterialien bis hin zum 3D-Bioprinting ermöglicht werden. Der Bau des Gebäudes wird durch den Bund und das Land Berlin gefördert.